Ausbaupotential für Fernwärme in Graz
Im Jahr 2005 wurde seitens der Grazer Energieagentur zur Unterstützung der firmeninternen Schwerpunktsetzung der Energie Graz das Potenzial für die Fernwärme in Graz ermittelt. Auf Basis dieser Studie wurde im Mai 2010 im Auftrag des Umweltamtes der Stadt Graz eine Aktualisierung der Studie durchgeführt und das derzeitige Fernwärme-Ausbaupotenzial erhoben.
Die Anschlussleistung der Fernwärme betrug im Jahr 2005 487 MW. Das theoretische Ausbaupotential für Fernwärme (Basis: Anschlusswerte; ohne Berücksichtigung von wirtschaftlichen und sonstigen Rahmenbedingungen) betrug auf Basis der Studie 2005 für den Bereich des vorhandenen Gebäudebestandes 867 MW, für den Neubau-Bereich auf langfristiger Basis 214 MW. Das theoretische Gesamtpotential sämtlicher Abnehmer des Grazer Wärmemarktes, die damals weder mit Gas oder Fernwärme versorgt wurden, betrug für die Fernwärme daher 1.081 MW. Innerhalb eines Zeitraumes von 15-20 Jahren wären nach damaliger Einschätzung etwa 185 MW erschließbar gewesen.
Im Zeitraum 2005-2009 sind rund 60,4 MW an Fernwärmeleistung tatsächlich zusätzlich erschlossen worden (Reduzierungen durch Sanierungen sind hier bereits abgezogen). Der aktuelle Stand liegt derzeit bei knapp 550 MW vertraglicher Verrechnungsanschlussleistung (547,8 MW per Ende 2009, 549,5 MW derzeit).
In den letzten beiden Jahren ist ein deutlicher Anstieg bei der Anschlusstätigkeit zu erkennen: Von durchschnittlich zusätzlich 10 MW pro Jahr auf 14,2 MW im Jahr 2009 – dies scheint ein Effekt der „Sauberen Wärme“ Aktion und der derzeitigen Förderung zu sein.
Unter gleichbleibenden Rahmenbedingungen ist aus derzeitiger Sicht davon auszugehen, dass trotz eher stagnierendem Gesamtwärmemarkt (Effekt der effizienteren Neubauten und der thermischen Gebäudesanierung) zumindest 150 MW an Wärmeleistung in den nächsten 10 Jahren von der Fernwärme erschlossen werden können. Bei Verbesserung der Rahmenbedingungen ist auch ein höherer Wert möglich – je nach Rahmen (Förderung, Anschlusspflicht etc.).
Kurzbericht und Vergleich mit der Studie vom Mai 2005
|