EMORA

Mobilitätsgerechtigkeit in AT

Entwicklung einer Definition von Mobilitätsarmut im Kontext des EU Social Climate Fund

Hintergrund

Mobilitätsarmut ist ein wachsendes soziales und ökologisches Problem, das im Zuge der Mobilitätswende und des Übergangs zu einer CO₂-armen Wirtschaft immer mehr an Bedeutung gewinnt. Besonders betroffen sind einkommensschwache Haushalte und Kleinstunternehmen in ländlichen Regionen mit schlechter Verkehrsinfrastruktur. Diese Gruppen stehen vor hohen Mobilitätskosten, eingeschränkten Mobilitätsmöglichkeiten und damit verbundenen Gefährdungen ihrer gesellschaftlichen Teilhabe und wirtschaftlichen Existenz.

 

Projektziele

Das Projekt EMORA zielte darauf ab, eine fundierte, multidimensionale und operationalisierbare Definition von Mobilitätsarmut zu entwickeln. EMORA basierte auf drei methodischen Zugängen:

  • einer literaturbasierten Recherche,
  • datenbasierten Analysen und
  • einem stakeholderbasierten Ansatz.

Diese Ansätze wurden kombiniert, um die verschiedenen Dimensionen der Mobilitätsarmut sowie ihre Verknüpfungen mit der Energiearmut zu erfassen und in einem operativen Monitoring-Konzept zu verankern. Das Projekt verfolgte dabei eine umfassende Herangehensweise, die auf bisherigen Definitionen und Bemessungen von Mobilitäts- und Energiearmut aus der Literatur und österreichischen Vorprojekten aufbaute und diese mit weiterentwickelt bzw. präzisiert.

 

Projektergebnisse

Als Projektergebnis wird Mobilitätsarmut als eine Situation definiert, in der Personen oder Haushalte aufgrund des Zusammenspiels mehrerer Indikatoren nicht in der Lage sind, notwendige Alltagsmobilität leistbar, verlässlich oder innerhalb angemessener Wegezeiten zu bewältigen. Diese Definition basiert auf drei gleichrangigen Dimensionen: Leistbarkeit (finanzielle Belastungen im Verhältnis zum Einkommen), Verfügbarkeit (Vorhandensein und Zugänglichkeit geeigneter Mobilitätsangebote) und Erreichbarkeit (tatsächliche Erreichung zentraler Ziele wie Arbeit, Versorgung oder Betreuung in vertretbarer Zeit). Mobilitätsarmut entsteht folglich nicht durch einen einzelnen Mangel, sondern durch die Kombination mehrerer struktureller Indikatoren. Die Ergebnisse aus dem Projekt zeigen ein konsistentes Bild: Mobilitätsarmut ist stark räumlich differenziert und betrifft unterschiedliche Zielgruppen auf jeweils spezifische Weise. Auch quantitative Datenanalysen im Projekt bestätigen, dass Mobilitätsarmut nicht anhand eines einzelnen Merkmals identifiziert werden kann. Stattdessen ist ein Composite Index sinnvoll, der mehrere Indikatoren kombiniert. EMORA hat ein Indikatoren-Set sowie Handlungsempfehlungen dazu ausgearbeitet.

Alle Projektergebnisse, Indikatoren und Handlungsempfehlungen finden Sie zusammengefasst im Projektbericht (in Kürze online).

 

EMORA wurde im Rahmen der Zero Emission Mobility 2024 Ausschreibung durch den Klima- und Energiefonds Österreich gefördert.


Projektnews – Abschlussworkshop

 

Projektnews – Kickoff

 

Projektpartner

Universität für Bodenkultur Wien

Fördergeber

Klima- und Energiefonds Österreich